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Review: Exzem – “Schreibmaschine”

Der Postmann klingelt zweimal und schmeißt mir eine CD auf den Tisch, die mich optisch erstmal anspricht. Ein sehr gutes Coverbild, top Typografie und das Drumherum lässt was Frisches erahnen. Nach einer halben Stunde hab ich die Plastefolie endlich entfernt und werfe den Silberling ins Laufwerk. Sobald das Ding sich dreht und der erste Beat läuft, tritt erstmal Ernüchterung ein. Nicht wirklich schlecht, aber ziemlich fade Instrumentierung für ein Intro. Ich lass trotzdem mal laufen. Bei Track Nummer zwei fällt mir auf, der Typ ist gar nicht mal schlecht. Gute Wortspiele in regelmäßiger Frequenz und durchdachte Inhalte fließen wirklich gut. Auch die Beats kommen mittlerweile aus dem Arsch und verbreiten ein gutes Vibrato. Dann Track vier „Night and Day“ feat. Günna – Lyrics in denen man sich wiederfinden kann sprechen von Freundschaft und Alltagsgeschichten. Top! Weiter geht’s mit einer Hommage, aber rauszufinden, wer hier gemeint ist, will ich nicht vorwegnehmen. Exzem macht sich Gedanken. Gut, abschnittsweise animieren die Feature-Gäste leider zum Track-Skippen und Aussagen wie „ihr zeigt den Mittelfinger – ich guck einfach weg..“ klingen etwas unrund, aber machen die Platte nicht zum Flop. Die Nummer zehn, „Gleichgültigkeit“ ist bemerkenswert ehrlich und auch der Beat dazu (produziert von Dufsen) geht gut rein. Ein Track über große Gefühle, der ohne flache oder schleimig wirkende Textpassagen auskommt. Ja, dem kann man zuhören, diesem Exzem. Instrumentale bauen kann er soweit auch, wie die Nummer „Hände runter“ beweist, auf dem der feature Partner Fratch jedoch sehr krass an den guten alten Dende erinnert. 1:1 Kopie. Ich weiß nicht, ob das so gewollt ist aber, SOWAS GEHT NICHT KLAR!!! Leider lenkt der Nachgeschmack dieses Ausrutschers vom nachfolgenden Track ab. Dann noch ein Thementrack über die Passion zum Sketchen und Malen und letztendlich Track 17  “In Euren Worten“, das Ende der Platte markierend, eine detailreiche Fluchtgeschichte die gewisse Empathie aufkommen lässt. Sauber.

Fazit: Exzem macht sich Gedanken darüber was, und wie er verpackt, was er sagt, macht Spaß zu hören und lässt mehr erhoffen. Weiter so.

Am 20. Mai erscheint Exzem´s Album „Schreibmaschine“ bei Tunnelblick Music. Wer aus dem Umfeld kommt, sollte die Releaseparty im Münsteraner „Skaters Palace“ am 21. Mai nicht verpassen. Be there or be square.