Review: Dexter & Maniac – “Raw Shit”
„Raw Shit“
Album CD Wortsport Production
„I rapresent the Hardcore – Ruff, Rugged and Raw“ rappten PMD und Das EFX im Jahre 1996. Genau dieses Zitat haben sich Dexter und Maniac vom Label Wortsport auf ihrem neuen Album “Raw Shit” zum Motto gemacht. Produzent Dexter, bekannt durch sein Instrumental-Album “The Jazz Files“ in der Serie „Hi Hat Club“ des Labels Melting Pot, beweist auf diesem Album, dass er nicht nur feinste Neo-Boom-Bap–Beats produzieren kann, sondern auch am Mic eine gute Figur abgibt. Auch Arbeiten für Blumentopf, Morlockk Dilemma, Retrogott und Andere sprechen weiter für seine Fähigkeiten hinter den Reglern. Zusammen mit seinem Kollegen Maniac, der seine Raps in englischer Sprache zum Besten gibt, bringt Dexter auf diesem Tonträger 18 Tracks an den Start. Die Cuts kommen von Dj Rufflow und Dexter.
Schon die Beats der Platte geben, wie der Albumtitel, die Richtung vor. „Raw Shit“ eben. Wie man ihn vor allem aus den 90ern kennt und schätzt.
Dem Hörer bieten sich pumpende, von Samples getragene Beats. Inhaltlich erzählen beide keine Top-Stories oder ähnliches. Sie kicken lediglich Battle-Lyrics, in denen auf traditionelle Weise der Fake- Mc vernichtet wird. Jedoch schaffen sie es auch, ihre Ansicht auf ihr Leben und ihren Platz im deutschen Rapgame zu vermitteln. Unterhaltsame Wortspiele lassen sie ebenfalls nicht vermissen.
Zudem scheint immer wieder ein Vibe durch, der vermuten lässt, dass beide einfach Bock hatten, zusammen Musik zu machen. Sie rennen keinem kurzlebigen Trend hinter her und schätzen ihren Platz im deutschen Rap-Spiel realistisch ein. Sie stehen für gewisse Werte, die sich in ihrem Soundbild auch widerspiegeln, ohne dabei wie verbohrte Oldschool-Heads zu wirken.
Beim Durchhören des Albums ist es am Ende aber doch etwas schwer, immer aufmerksam dran zu bleiben. Zu wenige Themen werden behandelt und zu viele Tracks sind von ihrer Art deckungsgleich. Ich bin wahrlich auch kein Freund des Mottos „Es muss für jeden Etwas dabei sein“, aber ein wenig mehr Abwechslung hätte auch diesem eher spontan produzierten Album etwas mehr Würze verliehen.
Andererseits machen die Beats von Dexter unglaublich viel Spaß und stampfen voraus, so dass auch hiermit der Hörgenuss auf jeden Fall gesteigert wird.
Raptechnisch ist nach meinem Geschmack Maniac seinem deutsch rappenden Kollegen Dexter etwas voraus, der hier und da etwas holprig flowt. Das einzige Feature der Platte kommt von Keno (Creme Fresh – München).
Wer auf geradlinigen Sound der 90er-Ära gepaart mit guten Boom-Bap-Beats und Flows zweier Künstler aus der zweiten Reihe steht, sollte hier auf jeden Fall reinhören .
Top 3:
„Get Up“ : Bangender Beat und absolut livetaugliche Hook. Beste Nummer zur Eröffnung ihrer Liveshow. Macht Spaß.
„Crash Test Dummies“: Soundmäßig die absolute Zeitmaschine und vor allem sehr coole Lines von Dexter. Sympathischer Track.
„D.I.T.C“: Wie der Name schon sagt: Diggin in the crates. Beide rappen nur über hintereinander gereihte Funksamples und repräsentieren hiermit nochmals ihren Sound. Gute Track-Idee.

































